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Körperhüllen bei Ramstein Optik, Basel


Bafia, Kamerun

„Ein Mann ohne Narbenschmuck gleicht einem Schwein oder Schimpansen“

Im Unterschied zum Schwein, Schimpansen und allen übrigen Säugetieren, welche zu ihrer Kreatürlichkeit in einem unmittelbaren und selbstverständlichen Bezug stehen, gestaltet sich beim Menschen das Verhältnis zu Körper, -bild und Ichgefühl sehr viel komplizierter. Als Frühgeburt in die Welt geworfen, nackt, motorisch hilflos und seiner Umgebung ausgeliefert, bedarf es bei ihm zur eigentlichen Selbstwerdung neben der biologischen Reifung auch eines Prozesses der Einschreibung in die kulturelle oder symbolische Ordnung. Neben komplexen identifikatorischen Vorgängen ist diese Einschreibung wesentlich mit dem Zugang zur Sprache verbunden.

Caduveo-Indianer, Brasilien

„Ein unbemalter Körper ist ein blöder Körper“

Jacques Lacan, der bekannte französische Psychoanalytiker, hat einst die folgende Metapher verwendet: So wie der Regen aus der Wolke hinabfällt und durch sein Eindringen in die Erdoberfläche Spuren hinterlässt, so „regnet“ es durch das Sprechen des Anderen von Anfang des Lebens an Silben, Wörter, sprachliche Zeichen auf die Haut. Dieser den Körper übersäende Prototext befindet sich für das Kind zunächst diesseits von Sinn und Bedeutung. Erst mit der Zeit wird es ihm möglich, bezeichnende Laute mit dem Bezeichneten zu verknüpfen und sich damit den Zugang zur symbolischen Ordnung, zur Sprache, zu erwerben.

Paul Valéry

„Am tiefsten drin im Meschen liegt seine Haut“

Trotz, oder vielleicht gerade wegen dessen enger Verwobenheit mit der Sprache haftet unserem Selbstgefühl stets etwas unbefriedigtes und instabiles an. Diesem grundlegenden Malaise versuchen wir – in unserer Zeit unübersehbar - zu entkommen, indem wir an unserem Körper Veränderungen vornehmen, ihn verformen, verschönern, verzieren, veredeln, verstümmeln, korrigieren. Was den Körper primär umhüllt und nach aussen hin von ihm sichtbar wird, ist die Haut. Deshalb ist diese weitaus am häufigsten von diesen Eingriffen betroffen.

Unsere Arbeit:
Inspiriert von der erwähnten Metapher zum „Sprachregen“ haben wir den Versuch
unternommen, diesen zu materialisieren. Wir haben sieben formgleiche, je mit indivi-
dualisierten Texten versehene Wämser aus Latex hergestellt.


Themenschwerpunkte der einzelnen Wämser:
Die Metapher des Spiegels als Mittel zur Reflexion des eigenen Körperbildes.
Text: Passagen aus dem Märchen vom „Schneewittchen“, der Erzählung „Der Schüler“ von O. Wilde sowie eines psychoanalytischen Textes zum Spiegelstadium.

Die Odyssee als Symbolisierung von Verirrtsein und der Sehnsucht nach Heimat.
Text: Beschreibung eines Tanzstücks zum Thema „Odysseus“ von Jean-Claude Gallotta, Passagen aus „Ulysses“ von J. Joyce.

Versuch der Orientierung entlang der Frage nach dem Ursprung.
Text: Passagen aus „Einladung an die Waghalsigen“ von D. Elmiger, und „Finnegan’s Wake“ von J. Joyce.

Spracherwerb
Text: Kinder-Neologismen, NZZ-Artikel vom Januar 2011 zum Thema Sprache.

EGOMANE
Text: Zwei- und mehrdeutige Wörter mit Bezug zum Körper.

Umgang mit Verlusterfahrungen
Text: Ausschnitt aus „Nach Hause schwimmen“ von R. Lappert, Kinderdiskurse.

SEHTAFEL
Text: Diverse Bilderrätsel sowie Passagen aus „Das Wörterbuch der Lacanschen
Psychoanalyse“ von D. Evans, „Flughafenfische“ von Angelika Overath, „Das Licht brennt ein Loch in den Tag“ von Wilhelm Genazino.

FruchtBar
Text: In einigen Ländern ist es eine gängige Praxis, dass Eltern von in vitro gezeugten Kindern deren Geschlecht wählen dürfen, es ist leicht vorstellbar, dass die Wahlmöglichkeit sich in Zukunft auch auf andere Merkmale ausdehnen wird. (Vortrag Psychosomatik L.S.)
Ausschnitte aus „Briefe an ein ungeborenes Kind“ von Oriana Fallaci, „Später Wettlauf“ Masterarbeit von Susanne van Gogh, 2014
WUNSCHKINDERWUNSCHKINDERWUNSCH …